Freitag, 16. September 2016

Maximilianstraße wird zur Fußgängerzone

Rund zwei Monate nach dem Start des Pilotversuchs in der Sendlingerstraße wird die Errichtung einer weiteren Münchner Fußgängerzone in der Maximilianstraße im Stadtrat diskutiert. Wie auch die Sendlinger Straße soll die Münchner Edelmeile zunächst einmal für ein Jahr zur autofreien Zone erklärt werden. Laut dem Merkur hatte OB Dieter Reiter diese Idee bereits vor einem Jahr vorgeschlagen.

Brigitte Wolter, Sprecherin des Vereins „Für ein besseres München" bestätigte dem Münchner Morgenblatt diese Neuregelung, welche schon ab Ende November 2016 in Kraft treten soll. Den Termin habe man extra vor den Start der Weihnachtssaison gelegt, so Wolter. Die Sperrung der Straße ist vom Nationaltheater bis zur Kreuzung des Thomas-Wimmer-Rings geplant.
Beate Brennauer begründet diesen Schritt gegenüber dem Münchner Morgenblatt - See more at: http://www.muenchner-morgenblatt.de/#sthash.k1odmtU2.dpuf
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Laut KVR-Sprecher Dieter Münchinger führte vor allem die Anhäufung von Verkehrswidrigkeiten und Unfällen, zum Großteil verursacht durch Luxusfahrzeuge reicher Besucher, zu der Überlegung, alle Kfz aus diesem Bereich der Innenstadt auszusperren. „Nach diversen Vorfällen wollen wir diese PS-starke Klientel durch die Umwandlung in eine Fußgängerzone schlichtweg vom Autofahren abhalten. Das erhöht die Verkehrssicherheit und sorgt für Ruhe. Zudem schadet es auch sicherlich nicht deren körperlicher Verfassung", so Münchinger.
 
Dem Münchner Morgenblatt liegen jedoch bereits interne Details vor, nach welchen das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski, in der Maximilianstraße 17, eine Anfahrtserlaubnis für Hotelgäste durchsetzen möchte. Brigitte Wolter vom Verein „Für ein besseres München" sieht das kritisch: „Durch Extrawürste versucht man den Grundgedanken der Planung wieder einmal auszuhebeln. Das sind doch genau die Leute mit ihren Ferraris und Gucci-Handtäschchen, die auf das Befinden aller Anderen pfeifen!"


Anders als beim Einzelhandel in der Sendlingerstraße kommt diese Idee bei den Händlern in der Maximilianstraße gar nicht gut an. Die ansässigen Luxus-Modehäuser und Juweliere befürchten hohe Umsatzeinbußen, wenn die Kunden mit ihren Autos nicht mehr bis vor die Tür fahren dürfen. Ein Angestellter der örtlichen Ralph Lauren Niederlassung, der vor dem Münchner Morgenblatt anonym bleiben möchte, äußert sich dazu: „Gerade die reichen russischen Kunden, aber auch die Münchner Lokalprominenz sind sehr bequem und lauffaul, am liebsten würden sie bis in den Laden getragen werden. Wenn wir die nun aussperren, bestellen Sie am Ende nur noch im Internet. Und was dann am Luxusstandort München los wäre, können Sie sich gar nicht vorstellen,"

Nun bleibt abzuwarten, wie die Kunden die neue Flaniermeile ab Ende des Jahres annehmen werden.

Autorin Lokalressort München: Brigitte Obacht

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